Zoom Control Forum Deutsch

Alles Wissen, welches Sie auf www.ZoomControl.de finden, hat hier Ihren Ursprung.

experimentelle Archäologie Ebene 2

Falls einer nicht genau weiß, wo ein Thema rein soll oder nur einen Vorschlag hat, kann man das hier schreiben.

experimentelle Archäologie Ebene 2

Beitragvon Fecht-Hut » Donnerstag 6. Dezember 2012, 14:51

War Thor Heyerdahl noch mit dem Versuch zu beweisen, dass es möglich war mit der Technik des alten Ägypten den Atlantik zu überqueren.
So ist die heutige experimentelle Archäologie mehr an der Frage wie das möglich war interessiert.

Heyerdahl hatte sich auf den Schiffsbau verlegt.
Doch mußte er sowohl bei seiner Kon- Tiki ,einem indianischen Balsafloß wie auch bei den Ägyptischen Nachbauten schwere Rückschläge wegstecken, denn das Wissen um die Bautechnik war verloren.
Ob da nun das Steuerruder brach weil es das falsche Holz war, oder der Rumpf knickte, weil man bei einer der alten Illustrationen eine Linie (ein wichtiges Verankerunugsseil) übersehen hatte.
Die Fachwelt belächelte ihn,
obwohl seine Kon-Tiki von Peru bis nach Polynesien weit kam.
Der Ägyptische Nachbau Ra I (1969) misslang zwar, doch Ra II (1970) fuhr dann von Marokko zur mittelamerikanischen Küste.
Sein sumerischer Nachbau die Tigris wurde im roten Meer aus politischen Gründen an der Weiterfahrt gehindert.
doch hatte er den Samen gepflanzt für eine neue Idee.

Dr. Junkelmann wollte nachvollziehen ob die Römer mit ihrer Ausrüstung von Köln nach Rom ziehen konnten und wie das war.
Schon beim Herstellen der Caligae, der Sandalen gab es unerwartete Probleme, vieles war unbesehen einfach übernommen, nie geprüft und so auch vergessen worden. Man konnte zuerst gar keine Sandalen herstellen.
Dann die richtigen ungefähr ähnlichen Pferde finden, ohne Steigbügel reiten.
Dann den Gladius, das Legionärsschwert nutzen, aber wie?
Die Reise gelang unter enormen Strapazen und brachte viele Erkenntnisse und brachte die experimentelle Archäologie endgültig auf ihren Weg.
http://www.junkelmann.de/

Im Burgbau in Guedelon (Frankreich) hat die experimentelle Archäologie wohl ihren Höhepunkt erreicht.
Eine Burg zu bauen wie im Mittelalter!
Aber eben über viele Jahre Bauzeit, nur mit den Mitteln des Mittelalters!
Auch hier vergeht den Spöttern bald das Lachen, denn was man nicht glauben wollte gelingt, die alten Techniken beginnen neu zu leben.
Wenn auch die suche nach dem richtigen Mörtel schon eine Herausforderung war.
So funktionieren die mit Menschenkraft arbeitenden Krähne sehr gut, der Mörtel hält und die Burg wächst.
Mit jedem stein, jedem Wandgemälde kommen neue Erfahrungswerte dazu und werden ausgewertet, verkehrt Überbrachtes verworfen und durch echtes Wissen ersetzt.
http://www.guedelon.fr/ zeigt die Fortschritte.


Andere Gruppen bauen Galeeren nach, um dann wieder zu erleben, dass die Wahl des richtigen Holzes beim Steuerruder immernoch enorm wichtig ist.
Es wurden sogar Tests in einem Crash Simulator durchgeführt , um Werte über den Aufprall bei einem Lanzenreiten zu bekommen.
Was passierte mit dem Ritter?
Welche Kräfte wirkten z.B. bei einem sogenannten Donnerhau?
Oder kann man sich in einer Rüstung bewegen?
Es zeigte sich man kann!
Man testete und schaffte Leitern , schlug Purzelbäume, sogar nach eine Sturz vom galoppierenden Pferd stand der Tester recht gut wieder auf.
Die Frage: "wie war das möglich?" , bleibt spannend und dieses junge Feld der Archäologie blüht weiter auf.
Benutzeravatar
Fecht-Hut
Foren User
 
Beiträge: 25
Registriert: Montag 26. November 2012, 15:13
Wohnort: Pforzheim

Zurück zu Sonstiges

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast